Wenn also K.I.Z. in diesem Jahr mit ihrem neuen Album „Sexismus gegen Rechts" an den Start gehen und dabei politisch radikaler und kontroverser wirken als mit ihrem phänomenalen Top Ten Album „Hahnenkampf" (Platz 9 der deutschen Albumcharts), so liegt das eben nicht unbedingt an der Verschiebung im Geisteszustand der Band, sondern eindeutig an den Top Managern der Hypo Real Estate, die uns die ganze Scheiße hier eingebrockt haben. Denn schließlich halten Tarek, Nico, Maxim und DJ Craft schon seit ihrem Debütalbum „Das Rapdeutschlandkettensägenmassaker", von 2005, denselben Kurs und der lautet nach wie vor: „Auch wenn Du auf Hartz 4 bist, die Welt wird nicht dadurch schlechter, dass man darüber Witze macht". Im Gegenteil: K.I.Z. sind der lebende Beweis dafür, dass die Welt ein gutes Stück besser wird durch Humor der weh tut und durch Lachen, das einem im Halse stecken bleibt. Guter Witz ist eine traurige Angelegenheit und wie alles, was Stil hat, eine Frage der Haltung. Diese Haltung zu finden ist mit Sicherheit nicht immer einfach. Seidenweich schimmert das Bett der FDPartigen Aufmunterungskampagnen. Dumpf brodelt das Feuer der sozialen Ungerechtigkeit: Kommt lasst es uns anprangern! Sich konsequent dazwischen zu setzen, um drei Ecken zu denken und trotzdem den geraden Weg zu wählen ist eine Kunst für sich. Und wer sagt, dass ausgerechnet K.I.Z. in der Lage sein sollen, diese Gratwanderung zu gehen? Niemand. Die Konzerte sind trotzdem geil. Das hat zwar überhaupt nichts miteinander zu tun, aber Tausende fanatischer Fans können nicht irren.
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